Die LOGI-Diät: glücklich und schlank mit artgerechter
Ernährung
"Low Glycemic Index" / Der Oecotrophologe Nicolai Worm
stellt die altbekannte Ernährungspyramide auf den Kopf
Ernährungswissenschaftler und Ärzte können es offenbar
nicht verhindern: Die Deutschen werden immer dicker. Fast jeder
zweite Erwachsene und schon jedes dritte Kind ist übergewichtig.
Das liegt an der immer noch zu hohen Fettzufuhr lautet seit Jahren
die scheinbar einleuchtende Erklärung. Wer zuviel Gewicht
mit sich rumschleppt, solle sich fettarm und kohlenhydratreich
ernähren. Nicht allein der schlanken Linie wegen, sondern
auch um Zivilisationskrankheiten vorzubeugen.
Doch
diese bislang hochgehaltenen Ernährungsregeln geraten mehr
und mehr in den Verdacht, daß sie die eigentliche Ursache
allen Übels sind. Das Verteufeln von Fett und die Empfehlung,
sich überwiegend von Getreideprodukten zu ernähren,
haben nach Ansicht US-Forschern wie Walter Willet und David Ludwig
von der Harvard Medical School in Boston maßgeblich zur
Fettsucht-Epidemie beigetragen.
Auch
für den promovierten Oecotrophologen Nicolai Worm "wird
immer klarer, daß die als gesund gepriesene Kohlenhydrat-Mast
auch das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und bestimmte
Krebsformen erhöht".
Dabei
sei unerheblich, ob die Kohlenhydrate in Form von komplexer Stärke,
wie in Brot und Nudeln, oder als einfache Kohlenhydrate, also
in Form von Zucker, zugeführt werden. Wie eine Alltagskost
aussehen muß, die "Glücklich und schlank"
macht, führt der Erfolgsautor ("Täglich Wein",
"Nie wieder Diät", "Syndrom X oder ein Mammut
auf den Teller") in seinem neuen Ernährungsratgeber
vor.
An
erster Stelle stehen stärkefreies oder -armes Gemüse
und Obst, gefolgt von Eiweißlieferanten Fisch, Geflügel,
Fleisch, Eier und Milchprodukte sowie Nüsse und Hülsenfrüchte.
Ideale Fette sind die einfach ungesättigten (in kaltgepreßtem
Olivenöl) und die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren
(in Seefisch, Wild, Fleisch, Rapsöl, Walnüssen und Leinsamen).
Die
bislang favorisierten Vollkornprodukte, Müsli, Basmati- und
Natur-Reis sowie Nudeln und Teigwaren aus Hartweizen dürfen
nur noch gelegentlich, in kleinen Mengen auf den Teller. Drastisch
zu reduzieren sind Getreideprodukte aus raffiniertem Mehl, hier
vor allem Brot und Backwaren, aber auch Kartoffeln, Süßigkeiten
und mit Zucker gesüßte Getränke.
"LOGI-Methode"
heißt dieses Konzept, bei dem der Autor die altbekannte
Ernährungspyramide - mit Brot, Nudeln und Reis als Basis
- nahezu auf den Kopf stellt. LOGI steht für Low Glycemic
Index. Die Auswahl der Nahrungsmittel orientiert sich an der Insulinmenge,
die der Körper aufwenden muß, um die zu Glykose abgebauten
Kohlenhydrate aus der tatsächlich verzehrten Lebensmittel-Portion
in die Körperzellen zu schleusen.
Der
Mensch ist nicht an die moderne Ernährung angepaßt
Ob die neue Diätvariante mit wenig Kohlenhydraten, viel Eiweiß
und dem richtigen Fett uns dauerhaft dem gesunden Ideal näher
bringt? Der 53jährige Autor ist davon ebenso überzeugt,
wie die amerikanischen "Low-Carb"- Verfechter, auf deren
Erkenntnisse er sich stützt.
Denn
es handele sich hierbei um eine "artgerechte Ernährung",
erklärt Worm. Der Mensch sei evolutionär nicht an die
moderne Ernährung, sondern an die des Steinzeitmenschen angepaßt.
Unsere genetisch vorgegebenen enzymatischen Systeme kommen Worms
zufolge mit Fleisch, Fisch, Nüssen, Beeren und Gemüse
besser klar als mit großen Mengen von Brot, Kartoffeln und
Nudeln. "Das Ernährungsmuster erkennen unsere Gene sofort,
und sie können die Nahrung optimal umsetzen."
Damit
es auch mit der praktischen Umsetzung der revolutionären
Idee klappt, erhält der Abspeckwillige in dem ansprechend
aufbereiteten Buch etwa 70 Rezepte für leckere Gerichte,
die sich ohne großen Aufwand zubereiten lassen. (ahk)
Nicolai
Worm: Glücklich und schlank. Mit viel Eiweiß und dem
richtigen Fett. Die LOGI-Methode in Theorie und Küche. Systemed
Verlag. 176 Seiten, mit vielen Abbildungen und Fotos, plus CD
mit weiterführenden Informationen, Quellenangaben und Links
ins Internet. 19,90 Euro. ISBN: 3-927372-26-9 |