Ausdauer
Unter der Ausdauer versteht man per Definition die Fähigkeit des Organismus
eine bestimmte Belastung über eine möglichst lange Zeit aufrecht zu
erhalten oder die Ermüdung so lange wie möglich hinaus zu zögern.
Kürzer: Es handelt sich dabei um die Ermüdungswiderstandsfähigkeit
des Körpers. Der Laie spricht von der so genannten Kondition, wobei dies
nur bedingt richtig ist, da es sich bei der Kondition klassischerweise um Kraft,
Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination handelt.
Von einer Ausdauerbelastung spricht man, wenn mindestens 1/7 bis 1/6 der gesamten
Körpermuskulatur im Einsatz ist. Zu den Ausdauersportarten zählt man
demnach z. B. Laufen, Fahrradfahren, Rudern, Schwimmen, Langlauf.
Im Ausdauertraining werden verschiedene Methoden und Intensitätsbereiche
unterschieden:
• Kontinuierliche Dauermethode:
Über einen längeren Zeitraum bleibt entweder die Herzfrequenz oder
die Leistung konstant.
• Wechselmethode:
Die Intensität wechselt geplant (Intervall Methode) oder zufällig
(Fahrtspiel) nach Lust und Laune oder vom Terrain abhängig.
Die Intensität sagt etwas darüber aus, mit welchem Energieträger
der Körper im Moment die Belastung Priorität bewältigt. Man unterscheidet
landläufig zwischen regenerativem Training (50 bis 60%), Grundlagentraining
(60 bis 65%), extensivem (65 bis 75%) und intensivem (75 bis 85%) Ausdauertraining
und Schwellentraining (über 85%). Die Prozente sind theoretischer Natur
und gelten als Richtwerte. Sie bezeichnen die prozentualen Werte der theoretisch
individuellen maximalen Herzfrequenz, bei Männern 220 – Alter, bei
Frauen 226 – Alter.
Ein gesundheitsorientiertes Ausdauertraining sollte immer im rein aeroben Bereich
stattfinden. Der Körper stellt die Energie überwiegend mittels Oxidation
(Verbrennung mit Sauerstoff) zur Verfügung. Nur leistungsorientiert Trainierende
benötigen auch die aerob-anaerobe oder sogar die anaerobe Energiebereitstellung
mit der Konsequenz hoher Laktatproduktionen, welche sich negativ auf den Regenerationsprozess
und die Immunlage auswirken können. Aus diesem Grund gilt die Regel, dass
rund 80% der für das Ausdauertraining aufgewendeten Zeit im Grundlagenbereich
stattfinden sollte.
Regeneration
Training ist als solches durch den Wechsel von Belastung, daraus resultierender
Ermüdung und anschließender Erholung gekennzeichnet. Dabei wird die
Erholung (Regeneration) nach einem physiologischen Reiz, wie ihn ein sportliches
Training für den Körper darstellt, als Erholung bezeichnet. Im Gegensatz
dazu spricht man bei der Regeneration von pathologischen Reizen (= Verletzung)
von Rehabilitation. Gezielte Regenerationsmaßnahmen können dabei
die psychische und physische Erholung nach einer Belastung unterstützen.
Dabei können diese Maßnahmen zunächst einmal grob in solche,
die zum Training gehören (Auslaufen, Dehnen, Regenerationseinheiten; zugleich
aktiv!) sowie physikalische (Sauna, Massage, Schlaf; zugleich passiv!) und die
Ernährung betreffende Maßnahmen unterteilt werden. Im Leistungssport
spielt die Regeneration in der Zwischenzeit eine fast ebenso wichtige Rolle,
wie das Training selbst. Denn nur eine geordnete Regeneration ermöglicht
eine baldige erneute Belastung. Aber auch für den Fitness- und Freizeitsportler
ist es wichtig, sich zwischen den Trainingseinheiten zu erholen. Denn wie er
die Belastung durch sein sportliches Training verkraftet, das hängt unter
anderem auch davon ab, ob sein Arbeitsalltag oder das Privatleben durch Stress
geprägt sind.
Was ist Regeneration?
Bevor die einzelnen regenerativen Maßnahmen genauer unter die Lupe genommen
werden, lohnt es sich zunächst einmal, klar zu machen, was Regeneration
überhaupt bedeutet. Mit Regeneration wird die Wiederherstellung von Strukturen,
Geweben und/oder Organen des Körpers nach einem physiologischen Reiz bezeichnet.
Dabei ist klar, dass es - weder für einen ambitionierten Freizeitsportler,
und schon gar nicht im Hochleistungssport - unmöglich ist, ein kontinuierliches
Training durchzuführen, wollte man die nächste Trainingseinheit erst
wieder durchführen, wenn sämtliche Strukturen völlig erholt sind.
Dennoch ist darauf zu achten, dass man gewisse Regenerationszeiten und -maßnahmen
einhält - sonst droht das Überlastungssyndrom. Auch ist wichtig darauf
zu achten, dass es bei Regenerationsprozessen nicht nur auf physische, sondern
auch auf psychische Erholung ankommt.
Welche Regenerationsmaßnahmen gibt es?
Eingangs wurden schon einige Regenerationsmaßnahmen genannt, hier nun
eine detaillierter Überblick, der aber immer noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit
erhebt:
• Cool-Down-Programme mit Lockerungs- und Dehnungsübungen: Am Ende
jeden Trainings sollte die Regeneration aktiv durch Abwärmen (Cool-Down)
eingeleitet werden. Die erhöhten Körperfunktionen werden durch Auslaufen,
Ausfahren oder Ausschwimmen beruhigt und erste Stoffwechselendprodukte abgebaut.
Es empfiehlt sich, ein festes Dehnprogramm zu erarbeiten. Gedehnt sollte im
schmerzfreien Bereich werden und auch nicht zu lange.
• Regenerations- und Kompensationstraining (REKOM): Vor allem im Leistungssport
gilt es, zwischen mehreren harten Trainingseinheiten so genannte Regenerationseinheiten
zu absolvieren, in denen der Körper einfach mit niedrigen Intensitäten
über relativ kurze Zeit belastet wird. Dadurch werden die Wiederherstellungsprozesse
und die Leistungsbereitschaft begünstigt. Nicht jede Einheit sollte am
persönlichen Limit trainiert werden - das gilt auch für Freizeitsportler,
die regelmäßig und vier-, fünfmal die Woche trainieren.
• Massage: Für Leistungssportler ist der Gang zum Masseur mittlerweile
eine Selbstverständlichkeit. Doch jeder Sportler, der regelmäßig
trainiert und an Wettkämpfen teilnimmt (z.B. Marathonvorbereitung!) sollte
eine Massage nutzen.
Denn die Massage hilft nicht nur, den Regenerationsprozess zu unterstützen,
sondern wirkt auch prophylaktisch bei muskulären Dysbalancen sowie Muskelverspannungen.
• Wärmeanwendungen wie Entmüdungsbäder, Sauna, Entspannungsduschen:
Wichtig ist, dass solche Anwendungen nicht unmittelbar vor einem Wettkampf durchgeführt
werden sollten. Nach dem Wettkampf unterstützen sie aber die Regeneration.
Selbst sehr heiße Bäder, die den Kreislauf zusätzlich belasten,
sind entspannend für Geist und Körper. Die durchdringende Wärme
steigert die Durchblutung und hilft bei der Verarbeitung von Stoffwechselendprodukten.
Entspannungsduschen belasten den Kreislauf weniger als Bäder, wirken aber
ebenfalls entspannend. Auch Sauna ist wie die Massage kaum mehr aus dem Sportleralltag
wegzudenken. Hierbei spielt vor allem das persönliche Wohlbefinden des
Sportlers eine Rolle. Wichtig ist dabei nur, den in der Sauna durch das Schwitzen
entstandenen Flüssigkeitsverlust umgehend auszugleichen.
• Ausgleich des Flüssigkeits- und Energiedefizits: Nach jedem Training
empfiehlt es sich, möglichst direkt etwas zu essen und zu trinken - auch
ohne Hunger- und Durstgefühl. Erste Priorität gilt dem Ausgleich des
Wasserverlustes durch Schwitzen. Danach gilt es, besonders die Kohlenhydratspeicher
möglichst schnell wieder aufzufüllen.
• Kälte- und Eisanwendungen: Vor allem bei hohen Temperaturen helfen
Teilbäder in kaltem Wasser dem Körper Wärme abzugeben. Der Kältereiz
-auch von Eisanwendungen- wirkt zudem abschwellend auf belastete Gelenke und
beschleunigt die Regeneration stark belasteter Muskelgruppen. Wichtig ist jedoch:
Nur "Blitz-Eisanwendungen" sind günstig. Sie wirken erfrischend
und belebend. Länger als sieben Minuten sollte eine Eisbehandlung auf keinen
Fall dauern.
• Entspannungstechniken, ausreichender Schlaf: Zu den Entspannungstechniken
gehört alles, was man persönlich gerne mit Muße tut und was
die Entspannung unterstützt - das kann ein Besuch im Kino, Musik hören,
ein Spaziergang mit dem Hund oder etwas ganz anderes sein. Schließlich
ist im Berufsalltag und im Sport auf Dauer keine Leistung zu erbringen, wenn
man nicht genug schläft. So werden zum Beispiel gerade die Wachstumshormone,
die für Zellwachstum (Hypertrophie beim Krafttraining) und Regeneration
wichtig sind, vorwiegend im Schlaf ausgeschüttet. Es gibt zwar keine Faustregel,
wie viel Schlaf der Mensch benötigt, für Sportler sind mindestens
sieben Stunden zu empfehlen. Und wer es sich leisten kann, der sollte auch ein
regenerationsförderndes 30-minütiges Mittagsschläfchen, insbesondere
nach anstrengenden Trainingseinheiten, einlegen.
Ziele der Regenerationsmaßnahmen
Vor allem aktive Maßnahmen wie Lockerungs- und Dehnübungen beschleunigen
den Abbau benutzter Stoffwechselprodukte, wie etwa von Laktat (Milchsäure).
Damit wird die katabole Belastung des Körpers (Folge der abbauenden Prozesse
z. B. der Energiebereitstellung) verringert und die biochemische Homöostase
(Gleichgewicht) schneller wieder hergestellt. Vor allem die allgemeine und lokale
Durchblutung soll gefördert werden, denn so kann beispielsweise Laktat
schneller aus dem Muskel abtransportiert werden. Passive Maßnahmen wie
Sauna oder Massage steigern die Durchblutung um das Fünffache, aktive wie
Auslaufen sogar um das Vierzehnfache.
Durch gut aufeinander abgestimmte Regenerationsmaßnahmen lassen sich kleine
muskuläre Verletzungen und Dysbalancen oder Muskelkater reduzieren bzw.
beseitigen, das gilt auch für Verspannungen (muskulär) sowie mentale/psychische
Spannungszustände und Schmerzen.
Die belasteten Strukturen wie Kapseln, Bänder, Knorpel, Knochen, Muskeln,
Sehnen, Haut, das Binde- und Stützgewebe sowie peripheres und zentrales
Nervensystem werden entlastet. Auf dosierte Regenerationsanwendungen reagiert
zudem das Immunsystem mit einer Steigerung der Thrombozyten-, Monozyten und
Leukozytenzahl - der Immunstatus wird durch Regeneration also unterstützt.
Nicht zuletzt durch die Wiederherstellung der Beweglichkeit und der Kontraktionsbereitschaft
und Koordination wird durch aktive und passive Regeneration das nächste
Training vorbereitet.
Fazit:
Auch wenn die sportlichen Belastungen für einen Hochleistungsathleten
viel höher als für einen Freizeitsportler sind, gibt es doch gewisse
Regeln, die "Otto-Normal-Verbraucher" ebenfalls einhalten sollte.
Vor allem die aktiven Regenerationsmaßnahmen sollten für jeden Fitness-Sportler
zum Standardprogramm gehören. Das gilt für ein Dehn-Programm ebenso
wie für "Warm-Up" und "Cool-Down" sowie im Rahmen einer
sinnvollen Trainingsplanung für Regenerations- und Kompensationseinheiten
mit vorwiegend aerober Belastung mit niedrigen Intensitäten.
Wie viel Zeit man sich nebenbei noch für Massage, Sauna und andere entspannende
Methoden nimmt, das hängt nicht zuletzt davon ab, wie viel Zeit der persönliche
Terminkalender hergibt. Aber wenn dafür neben Arbeit, privaten Terminen
und dem Training gar keine Zeit mehr bleiben sollte, ist Vorsicht angesagt.
Über kurz oder lang macht der Körper diese Dauerbelastung sicher nicht
mit. Da gilt: Manchmal ist weniger mehr!
Regeneration II
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Regeneration II
Regeneration gehört zum Training, wie die Nacht zum Tag. Mit anderen Worten
kein Trainingseffekt ohne entsprechender Regeneration oder anders ausgedrückt:
Keine Anspannung ohne adäquate Entspannung.
In der Vergangenheit wurde der richtig durchgeführten Regeneration viel
zu wenig Gewicht beigemessen. Die verbreitete Devise „no pain, no gain“
oder „Wenn es am anderen Tag schmerzt, muss du noch mal dasselbe tun“,
gehören definitiv der Vergangenheit an. Dass Regeneration aber mehr sein
muss, als zuhause im Sofa ruhen und auf das nächste Training zu warten,
ist auch klar. Unglücklicherweise hat der Mensch kein Anzeigeinstrument,
von dem es sich ablesen lässt, wann optimalerweise der nächste Reiz
gesetzt werden kann/muss. Hierzu findet man in der Fachliteratur die unterschiedlichsten
Hinweise und Anleitungen. Die Dauer der Regenerationsphase kann von einem Nachtschlaf
bis zu Wochen dauern, abhängig von Dauer und Intensität der Belastung.
Wie gesagt hängt die Dauer der Regeneration grundsätzlich von der
Intensität ab, mit der der Organismus vorgängig belastet oder sogar
ausbelastet, also maximal erschöpft wurde. Geht man dem Begriff „Regeneration“
auf den Grund, dann stellt sich heraus, dass etwas zurück gewonnen oder
wieder hergestellt, also „re-generiert“ werden muss.
Hierzu gehören alle die für die vorangegangene Leistung verbrauchten
Substrate. Der Organismus arbeitet hier nach uralten bio-„logischen“
Prinzipien, bei dem es grundsätzlich um nichts anderes geht, als um die
Erhaltung der Art. Nach einer Belastung muss der Organismus möglichst schnell
wieder in der Lage sein, sich um seine Nahrung, Flucht oder Fortpflanzung zu
kümmern. Entsprechend füllt der Körper seine Speicher in der
physio-„logisch“ richtigen Reihenfolge wieder auf. Bei Regeneration
sprechen wir also immer vom Zurückgewinnen von Transmitterstoffen, Enzymen,
Kohlehydraten, Aminosäuren (Eiweissbestandteile) und natürlich Fettsäuren.
Da es sich bei der Regeneration offenbar um Substrate handelt, die dem Körper
vorwiegend über die Ernährung zugeführt werden müssen, kommt
der Sportler nicht umhin, sich um eine entsprechende Ernährung zu kümmern.
Hier setzt nun vor allem die Supplementierung durch geeignete Produkte an. Gerade
für die optimale Regeneration kommt der ambitionierte Sportler heute nicht
mehr an guter Zusatznahrung vorbei. Der Begriff Regeneration muss aber noch
weiter gefasst werden als das blosse Zurückgewinnen von verbrauchten Substraten.
Regeneration optimieren heisst auch, schädliche Zellprodukte wie freie
Radikale mittels Antioxidantien zu neutralisieren oder erst gar nicht entstehen
zu lassen. Die Immunlage muss hochgehalten werden z. B. mit modernen Cortisolblockern,
damit bspw. die Anfälligkeit für Infekte der Regeneration nicht in
die Quere kommt.
Die Regeneration spielt eine zentrale Rolle bei der Superkompensation, die
besagt, dass eine langfristige Steigerung der Leistungsfähigkeit nur erreichbar
ist, wenn das Zusammenspiel von Training und Regeneration optimal aufeinander
abgestimmt ist. Was als „optimal“ bezeichnet werden kann, hängt
aber von vielen Faktoren ab.
So z.T. von den die Regeneration beeinflussbaren Faktoren, aber auch von deren
unbeeinflussbaren.
Zu den die Regeneration beeinflussbaren Faktoren zählt man u. a. Schlaf,
Ernährung, Zusatzernährung, Zeitpunkt des nächsten Trainings,
Abwärmen nach einer Trainingseinheit, passive Regenerationsmassnahmen (Sauna,
Massagen o. ä.) sowie aktive Regenerationsmassnahmen wie z. B. leichtes
Ausdauertraining.
Zu den die Regeneration unbeeinflussbaren Faktoren gehören alle genetisch
bedingten Faktoren wie z. B. Alter, Geschlecht, Stoffwechseltyp.
Schlaf gehört dabei zu den zentralen Faktoren einer guten Regeneration.
Der Organismus kann sich bei genügend Schlaf optimal auf die Regeneration
konzentrieren, weil der Rest des Organismus quasi auf Sparflamme läuft.
Werden die entsprechenden Regeln der Regeneration nicht oder zu wenig eingehalten,
sind im schlimmsten Fall unangenehme Übertrainingssymptome und/oder das
Ausbleiben des erwünschten Erfolges die logischen Konsequenzen.
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